Legenden an dem Jakobsweg entlang

Jitka Růžičková


Einer Rapšacher Sage zufolge bestand in Rapšach einst ein Kloster. Einmal erschien einem Bauer im Feld eine Gestalt, die ihn bat zu schweigen, was auch immer geschehen würde. Die Erde öffnete sich und es erschien ein Kloster mit einem Turm. In dem Moment jedoch, als der Gesang der Mönche erklang, erschrak der Mann, schrie kurz auf und alles verschwand wieder. Auch der berüchtigte Räuberhauptmann Johann Georg Grasel (1790-1818) hat sich in der Zeit der napoleonischen Kriege hier herumgetrieben, geraubt und gemordet (Er hat etwa 250 Verbrechen begangen. Schon als er 16 war, wurde ein Steckbrief gegen ihn erlassen), bis er 1815 aufgegriffen und drei Jahre später in Wien hingerichtet wurde. Man sagt, er hätte in den Rapšacher Wäldern ein Beutelager unter einem Granitblock gehabt, das die Form von des Teufels Schädel hatte. Vielleicht liegt der Schatz dort irgendwo bis heute begraben.

 

Gründungssage der Kirche in Rapšach

Einmal verirrte sich eine Gräfin bei der Jagd in diesen Wäldern. Sie irrte einige Tage umher und versprach, falls sie gerettet würde, eine Kirche an dieser Stelle bauen zu lassen. Das geschah auch. Dreimal hatte man versucht in Schwarzbach/Tušť eine Kirche zu bauen, die Steine verschwanden jedoch über Nacht und tauchten in Rapšach auf. Und so baute man leztendlich die Kirche in Rapšach.

 

Bei dem ehemaligen Teich Hrádeček (besteht nicht mehr) bei Třeboň wächst eine beulenartige, mißgebildete Eiche, genannt die Krčín- oder auch Teufelseiche. Als einmal der Teufel wie jede Nacht Jakub Krčín in den Pflug eingespannt hat, um mit ihm die Dämme als Strafe für seine Gefühllosigkeit zu den Untertanen zu pflügen, fuhr er mit ihm auf dem Damm eines Teiches, der ausnahmsweise nicht von Krčín gebaut wurde. Die Kette zerriss und aus dem Kettenglied wuchs eine Eiche mit ungewöhnlich verbreitetem Baumstamm.

 

Ave Maria von Gounod und das Karpfenpublikum

Die berühmteste tschechische Opernsängerin Ema Destinová (1878-1930) kaufte im Jahre 1914 das Schloss Stráž nad Nežárkou. Anfang des 1. Weltkrieges ließ sie ihr amerikanisches Engagement nicht mehr verlängern und kehrte nach Hause zurück, wurde der Spionage angeklagt und in Stráž interniert. Sie verbrachte die Tage in den Wäldern und am Fluss, wurde eine leidenschaftliche Anglerin. Das Grundstück am sogenannten Neuen Fluss (1584-1586), einem künstlich angelegten Kanal, fast 14km lang, ist ein weiteres von den beachtenswerten Werken des Rožmberger Regenten Jakub Krčín) mietete sie sogar. Ihre beste Freundin Marie Martínková erinnerte sich, wie einmal Ema Destinová im Schein der untergehenden Sonne  im Boot Ave Marie von Gounod zu singen begann. "Falls dieser Gesang aufgenommen worden wäre, wäre es die meistgesuchte Schallplatte der Welt."  Ema Destinová hat unweit des Neuen Flusses ein Granitmahnmal und ein Foto auf einer mächtigen Eiche mit ihrem eigenen Vierzeiler, wo die Lebenden, die in diese Gegend kommen und all diese Schönheit rundum sehen, beim Blick an die schneeweißen Vögel von denen sie in einem weiterlebt, ihrer gedenken mögen.   

  

Ein Paar Schritte von der Langen Brücke über den Neuen Fluss ist das sg. Teufelstor, eine Stelle, wo sich der Eingang in die Hölle befinden soll, heute steht hier ein kleines Schutzdach mit einer Informationstafel.

 

Vor der Gemeinde Nová Hlína befindet sich auf linker Seite die Erfrischung Zum St.Veit. Man erzählt, dass beim Bau vom Teich Rozmberk der Einsiedler Vit Konrad um seine Wohnstätte gekommen war und diesen Platz als Ersatz erhielt. An der Stelle der Einsiedelei mit einer kleinen hölzernen Kapelle wurde 1761 die St-Veitskapelle gebaut. Angeblich soll hier ein unterirdischer Gang aus Wittingau eingemündet sein.

 

In der Gemeinde Mláka unweit des Neuen Flusses befindet sich die Wallfahrtskirche Die Verlobung der Mutter Maria. Im Jahre 1710 begab sich ein junges Mädchen Zuzana Ekenhauser zu Fuß aus Budweis, wo sie im Dienst war, zu den Eltern nach Iglau. Im dichtenWald, der sich hier damals erstreckte, wurde sie von zwei Räubern überfallen. Das bedrohte Mädchen begann zur Mutter Maria zu beten und beide Räuber sollen im plötzlichen Schrecken davongelaufen sein. Sie kehrte nach Budweis zurück, ließ eine Kopie des Gemäldes der Mutter Maria, der Budweiser Madonna, aus der dortigen dominikanischen Kirche anfertigen und hängte es an den Baum, wo dies geschehen ist. Dem Wittingauer Augustiner Moiha gefiel die Platzierung nicht und als er sich darüber vor dem Baum ärgerte, warf ihn das Pferd ab. Nach der Genesung ließ er für das Bild eine hölzerne Kapelle bauen, die 1759-1769 durch die jetzige Kirche ersetzt wurde. Nicht weit hinter der Kirche erinnert an den alten Wald eine mächtige 300 Jahre alte Eiche.

 

Der Teich Rožmberk wird wegen seiner Größe das Südböhmische Meer genannt.Der Teich nahm ursprünglich eine Fläche von etwa 1060ha (heute 489ha) ein.. Bei den Überschwemmungen 2002 hatte Rožmberk das zehnfache seines Umfangs – etwa 70 bis 75 Millionen m3 – eingehalten. Der berühmteste Teichbauer Jakub Krčín von Jelčany soll sich ziemlich rücksichtslos zu seinen 8000 Bauarbeitern, die den fast 2,5km langen, über 10m hohen und am Fuß etwa 60m breiten Damm bauten, verhalten haben.Außerdem war er durch seine Schäche für schwarze große Kater,welche er im Keller einsperrte, bekannt.Sie verließen ihn auch nach seinem Tod nicht.Der Legende nach fährt bei gewittrigem Wetter ein schwarzes Gespann mit sechs schwarzen Katern und einer schwarzen Gestalt über den Damm, der Baumeister sieht sich sein Werk an. Bei einem Blitzschlag verschwindet dann alles unter die Erde.

 

 

Auch die Jemčina-Wälder sind mit zahlreichen Legenden verbunden. Der Hof Karstein und seine Umgebung erinnern an den ehemaligen nicht sehr einträglichen und deshalb später bewaldeten Teich. Es blieb nur der Damm mit einer Baumreihe von mächtigen Eichen. Der Legende nach begann der Damm beim Anlass zu reißen und die Teichgräber liefen davon. Der Herr von Kardasova Recice schloss ein Bündnis mit dem Teufel und der Damm wurde dann von Riesen gebaut, die den Herrn über den Damm geführt und dann gleich mit in die Hölle genommen haben...   

 

 

Auf dem Schloss in Wittingau wimmelt es von verschiedensartigen Gespenstern, man sieht dort in der Nacht die bekannte Perchta von Rožmberk alias Weiße Frau oder den Geist des Chronikschreibers Vaclav Brezan, der ständig etwas sucht und laut die Schubladen auf-und zumacht, man kann sogar ein weißes Pferd erblicken, das vom Schloss zum einem der Tore rennt- es war das Lieblingspferd von Petr Vok, der es nach dessen Tod als Erinnerung sogar ausstopfen ließ.

 

Etwa 4km südwestlich von Veseli befindet sich die Wallfahrtsstätte Drahov, heute eine kleine Gemeinde, wo man im 14.Jahrhundert auf eine Heilquelle gestoßen ist, die einem blinden Jungen die Sehkraft zurückgegeben hat. An dieser Stelle befindet sich die im Kern gotische Kirche der Maria Himmelfahrt.

 

Über die Mädel aus den südböhmischen Marschland bei Veseli sagte man, sie hätten Dukaten nicht nur in der Truhe, sondern auch um den Hals und hätten dafür prächtige und teuere Trachten angeschaft. Bekannt ist die Arie von B.Smetana Ich kenne ein Mädel, die hat Dukaten, hat Dukaten...

 

Die Marientradition in Horni Bukovsko in der Stephanskirche wurde vom Grafen Vratislav aus Mitrovice begründet, der im Jahre 1678 der Kirche ein Bild der stillenden Mutter Maria schenkte, im Volksmund „die Stillende“, die zur Patronin des südböhmischen Marschlandes geworden ist.

 

In Bošilec stand beim Teichablass die sogenannte Fürstenkneipe, wo sich die Herrschaft aus Wittingau traf und würfelte. Manchmal kam es zur Rauferei. Einal rauften sich dort zwei Mädel und es enstand das in Tschechien allgemein bekannte Lied „ Auf dem Bošilecer Brükchen würfelten zwei junge Mädchen, sie würf-, würfel-,würfelten bis sie einander abspielten und von der Brücke wierfen“In der Kneipe soll in der Decke ein Messer mit einem Glöckchen darauf stecken . Falls jemand gelogen hat, was die Fischer ja öfters tun, klingelte es. Heute befindet sich hier das Gemeindeamt, die Brücke steht noch immer, schön hergerichtet.

 

In der dortigen Kirche befindet sich eine interessante Kanzel in der Gestalt eines Walfisches aus versilbertem Holz. Der Prediger stand da wie der Prophet Jonas, der drei Tage im Walfischmagen verbrachte. Die Gemeinde ist eingeklemmt zwischen zwei Teichen, Bošilecký und Horusický, mit weiteren großen Teichen in der Nähe,Záblatský, Ponědražský und Vltavský Es kann jedoch auch eine andere Symbolik tragen.

 

 

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